Kurzfassung

Nach Angaben von Schwarz Digits verzichten 75 Prozent der im Cyber Security Report 2026 befragten Unternehmen auf Sicherheitsaudits bei ihren Lieferanten. Zugleich hat jedes zweite Unternehmen Angriffe bei Zulieferern registriert, während 65 Prozent die eigene Abwehrbereitschaft positiv bewerten. Die Ergebnisse werfen die Frage auf, wie umfassend Unternehmen ihre Lieferkette in die Bewertung ihrer Sicherheit einbeziehen.

Details

Schwarz Digits stützt die veröffentlichten Ergebnisse auf eine nach eigenen Angaben repräsentative Befragung von 1.001 Unternehmen. Die Zahlen stehen im Kapitel „Wirtschaftsbarometer Deutschland – Cybersicherheit und digitale Souveränität“ des Cyber Security Reports 2026.

Der auffällige Gegensatz: Eine mehrheitlich positive Selbsteinschätzung der eigenen Abwehrbereitschaft trifft auf einen verbreiteten Verzicht auf Sicherheitsaudits bei Lieferanten. Aus den veröffentlichten Gesamtwerten lässt sich allerdings nicht ableiten, wie stark sich diese Gruppen überschneiden oder ob fehlende Audits zu konkreten Sicherheitsvorfällen beigetragen haben.

Für die Einordnung ist die Unterscheidung zwischen Audits und anderen Prüfverfahren entscheidend: Der Verzicht auf Sicherheitsaudits belegt nicht automatisch, dass Unternehmen keinerlei Lieferantenprüfung durchführen. Welche alternativen Prüfungen stattfinden, geht aus der öffentlich zugänglichen Zusammenfassung nicht hervor. Ebenso bedeutet ein registrierter Angriff bei einem Zulieferer nicht zwangsläufig, dass auch das befragte Unternehmen kompromittiert wurde.

Die Prozentwerte sind Ergebnisse der von Schwarz Digits veröffentlichten Befragung und keine unabhängig bestätigten Gesamtmarktfakten. Als kommerzieller Anbieter ist Schwarz Digits zugleich Herausgeber der Untersuchung. Die Original-Webseite war abrufbar; der vollständige Report wird dort erst nach Kontaktformular und E-Mail-Bestätigung bereitgestellt und wurde für diesen Beitrag nicht eingesehen. Erhebungszeitraum, genaue Frageformulierungen und weitergehende Methodik konnten deshalb nicht geprüft werden.

Betroffen

Die Meldung betrifft die organisatorische Absicherung von Lieferantenbeziehungen in Unternehmen. Konkrete betroffene Organisationen, Produkte, Softwareversionen oder einzelne Sicherheitslücken nennt die herangezogene Veröffentlichung nicht. Sie ist kein Advisory zu einem bestimmten Sicherheitsvorfall.

Handlungsbedarf

Die öffentliche Zusammenfassung nennt keine konkreten Patches oder technischen Workarounds. Aus den Befragungsergebnissen allein ergibt sich auch kein Nachweis einer akuten Kompromittierung einzelner Unternehmen.

Die folgenden Prüfschritte sind eigene organisatorische Empfehlungen, keine ausdrücklich von der Quelle vorgegebenen Maßnahmen:

  • Für kritische Lieferanten erfassen, welche Sicherheitsnachweise tatsächlich vorliegen und wann diese zuletzt geprüft wurden.
  • Unterscheiden, ob die Lieferantenbewertung auf Selbstauskünften, Zertifikaten, Prüfberichten oder eigenen Audits beruht und welche Leistungen jeweils abgedeckt sind.
  • Prüfen, ob vertraglich vereinbarte Sicherheitsanforderungen und Meldewege für Sicherheitsvorfälle dokumentiert und im Unternehmen eindeutig verantwortet sind.
  • Die positive Bewertung der eigenen Abwehrbereitschaft daraufhin hinterfragen, ob sie auch relevante Lieferantenabhängigkeiten berücksichtigt.

Quelle

Schwarz Digits: Cyber Security Report 2026 – öffentliche Zusammenfassung, insbesondere „Wirtschaftsbarometer Deutschland – Cybersicherheit und digitale Souveränität“. Ein konkretes Veröffentlichungsdatum ist auf der abgerufenen Seite nicht angegeben.